USB-Speichersticks werden auch als Flash Drive oder USB-Stick, gelegentlich als USB-Stift bezeichnet. Sie erfreuen sich bei den Usern wegen ihrer unkomplizierten Handhabung zunehmender Beliebtheit, denn seit ihrer Markteinführung gibt es nun die Möglichkeit, Daten auf ein portables Gerät im Westentaschenformat zu übertragen und zu speichern. So können Foto- und Musiksammlungen oder andere Dateien unkompliziert transportiert und an beliebigen anderen Rechnern abgespielt werden. Der herkömmliche USB-Stick hat eine Größe von circa 60 mm x 15 mm x 5 mm und besteht aus einem Gehäuse, in dem sich ein Flashspeicher und ein Controller befinden. Der USB-Stecker ist durch eine Kappe geschützt. USB-Sticks werden direkt an der USB-Schnittstelle des Rechners angeschlossen, benötigen also weder ein Kabel noch eine Stromversorgung.
Längst haben nicht nur die Hersteller von Speichermedien, sondern auch die Werbebranche und sogar Schmuckhersteller die Beliebtheit der kleinen USB-Geräte entdeckt. Speichersticks mit Firmenlogo sind begehrte Werbegeschenke. Der bekannte Schmuckhersteller Swarowski hat USB-Sticks in Form von Kettenanhängern im Angebot, die natürlich mit den edlen Kristallen besetzt sind und denen man ihr technisches Innenleben nicht mehr ansieht. Auch als Schlüsselanhänger gibt es USB-Sticks in verschiedenen Varianten, manche ebenfalls mit Swarowskisteinen besetzt. Die Schweizer Firmen Victorinox und Swissbit kombinierten einen USB-Stick mit dem bekannten Schweizer Taschenmesser. Der Hersteller Phison versteckt den USB-Stick in einem Kugelschreiber. Bei diesem Angebot ist es für jeden User leicht, genau den USB-Stick finden, der seinen Bedürfnissen entspricht.
Der USB-Stick als Datenspeicher
Selbst die ersten Speichersticks waren mit einer Speicherkapazität von acht Megabyte den damals noch verbreiteten Disketten überlegen. Inzwischen werden Sticks mit einer Größe zwischen acht und 32 Gigabyte am häufigsten genutzt. Acht Gigabyte bieten zum Beispiel Platz für rund 2500 MP3-Songs oder 10000 Fotos oder zwei Spielfilme, natürlich variieren diese Angaben je nach Länge der Songs und Auflösung und Größe der Fotos. Die Preise für die USB-Sticks sind sehr unterschiedlich, vergleichen lohnt sich bei der Anschaffung auf alle Fälle, wie das folgende Preisbeispiel beweist. Für den Cruzer Micro der Firma ScanDisk mit 16 Gigabyte lagen die Preise bei unterschiedlichen Händlern zwischen rund 22 Euro und rund 45 Euro. Da die Entwicklung der kleinen Speichermedien rasch fortschreitet, ist zu erwarten, dass die Preise weiterhin fallen. Miittlerweile hat die Firma Kingston Technology einen USB-Stick, den DataTraveler 300, mit einem Speichervolumen von 256 Gigabyte herausgebracht. Dieses Spitzengerät erreicht eine Lesegeschwindigkeit von 20 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 10 MB/s, liegt aber zur Zeit preislich weit über einer vergleichbaren externen USB-Festplatte.
USB-Speichersticks eignen sich, da sie sich schnell und unkompliziert beschreiben und löschen lassen, eher zum Datentransport und zu kurzfristiger Datensicherung als für die langfristige Sicherung einer Musik-, Foto- oder anderen Datensammlung. Möchte man Daten langfristig sichern, ist das Brennen auf CD oder DVD die noch immer bevorzugte Methode, da die Sticks durch mechanische Einwirkungen beschädigt werden können oder manchmal auch einfach verloren gehen. Datenverlust droht auch, wenn der Stick während eines Schreibvorgangs aus dem Rechner entfernt wird. Das lässt sich mit einem Klick auf die Windowsoption „Hardware sicher entfernen“ verhindern, bei einem Mac kann man zum Entfernen das USB-Icon auf den Papierkorb ziehen. Die allermeisten Flash-Drives lassen sich zum Schutz gegen versehentliches Überschreiben verriegeln.
Die portable Arbeitsumgebung auf dem USB-Stick
USB-Sticks lassen sich nicht nur als Speichermedium zu verwenden. Man kann seine komplette Arbeitsumgebung auf einem Stick unterbringen und hat den Vorteil, an jedem Rechner auf sein gewohntes Umfeld zugreifen zu können. Dafür gibt es spezielle portable Software, mitunter als Stickware bezeichnet, die man zum Teil als Freeware aus dem Netz herunterladen kann. Normale Anwendungen funktionieren nur in den seltensten Fällen, da sie meist auf Registry-Einträge zurückgreifen müssen, die auf dem Stick natürlich nicht vorhanden sind. Beispiele für portable Freeware sind Firefox Portable, der bekannte Webbrowser und Thunderbird Portable, ein E-Mail-Programm. Mit OpenOffice.org Portable steht ein komplettes Office zur Verfügung. GIMP Portable ist ein Bildbearbeitungsprogramm, CoolPlayer ein MP3-Player und VLC Media Player Portable ein Videoplayer. Zahlreiche weitere Anwendungen lassen sich im Internet finden. Einige Hersteller haben bereits Software, unter anderem zur Verschlüsselung von Daten, auf dem Stick installiert.
Die Verwendung von USB-Sticks unter verschiedenen Betriebssystemen
Einer der Vorteile der USB-Geräte ist das sogenannte Hot-Plugging, das heißt, die Geräte können während des laufenden Betriebs an den Rechner angeschlossen werden und werden von den zur Zeit am meisten verbreiteten Betriebssystemen auch sofort erkannt. Für den Nutzer ist diese Plug-and-Play-Funktion eine deutliche Erleichterung, denn das Installieren von Treibern entfällt. Alle Betriebssysteme behandeln den Speicherstick wie ein Laufwerk, aber die Bezeichnung ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei Windows wird dem Massenspeicher einfach der nächste freie Laufwerksbuchstabe zugeordnet, im Explorer oder Arbeitsplatz erscheint ein zusätzliches Laufwerk. Dieses kann wie eine normale Festplatte oder ein logisches Laufwerk behandelt werden, Daten lassen sich per Drag and Drop kopieren oder verschieben. Apples MacOS behandelt den Stick als Volume, also ebenfalls als Laufwerk, das automatisch aktiviert wird. Dieser Vorgang wird auch als Mounten bezeichnet. Unter Linux wird der Stick in das SCSI-Subsystem eingebunden und erscheint als SCSI-Device mit der Bezeichnung sda oder sdb für das nächste freie SCSI-Device. Laufwerke werden unter Linux als Device bezeichnet. Betriebssysteme, die älter als zehn Jahre sind, zum Beispiel Windows 95 oder Windows NT, erkennen die USB-Geräte nicht automatisch. Dennoch können bei entsprechender Hardware, das heißt bei vorhandenen USB Schnittsellen, USB-Sticks verwendet werden, wenn zuvor die nötigen Treiber installiert wurden. USB-Sticks sind abwärts-kompatibel, das bedeutet, man kann auch einen USB 2.0 Stick an eine USB 1.0-Schnittstelle anschließen, erreicht dann aber nicht die maximale Geschwindigkeit bei der Datenübertragung.
Linux vom USB-Stick
Verschiedene Linux-Distributionen, wie Ubuntu 8.10, Open SuSe 11.1 oder das seit langem bewährte Knoppix, lassen sich komplett auf einem USB-Stick unterbringen. Wenn das Bios des entsprechenden Computers das Booten von einem USB Stick zulässt, kann man mit Linux auch auf einem fremden Rechner arbeiten, ohne Veränderungen im System oder auf der Festplatte vorzunehmen. Das ist ideal, wenn nur das E-Mail-Konto gecheckt oder gesurft werden soll. Auch auf Windows-Rechner, die nicht mehr starten, kann man auf diese Weise zugreifen und schlimmstenfalls lassen sich wichtige Daten von der Festplatte auf den Stick retten. Der Zugriff auf das NTFS-Dateisystem von Windows ist auch unter Linux möglich, ebenso das Scannen der Festplatte auf Virenbefall.
Ein USB-Speicherstick – Was ist das?
USB ist das Kürzel für Universal Serial Bus. Dahinter verbirgt sich ein System zur Übertragung von Daten zwischen einem Computer und weiteren externen Geräten wie Tastatur, Maus, Drucker, Kameras, Speichergeräten, Handys, MP3-Playern, PDAs und ähnlicher Hardware. Bereits 1995 wurde die Technologie von Intel und einigen anderen Firmen mit dem Ziel vorgestellt, die verschiedenen Schnittstellen, wie den seriellen Port für Maus und Tastatur und den parallelen Port für Drucker, abzulösen und unter einem neuen Standard eine einheitliche Schnittstelle zu schaffen. 1996 kam der USB-Anschluss als Version USB 1.0 in den Handel. Mit einer Datenübertragungsrate von damals 12 MBit/s war USB 1.0 noch relativ langsam und deshalb für die Übertragung größerer Datenmengen nicht gut geeignet. Der Durchbruch gelang im Jahr 2000 mit dem Nachfolger USB 2.0. Nun waren Datenübertragungsraten von 480 MBit/s möglich und bereits kurze Zeit später erschienen die ersten USB-Speichersticks, externen Festplatten und Videogeräte mit USB-Anschluss im Handel. 2008 wurde USB 3.0 mit einer Übertragungsrate von 4,8 GBit/s spezifiziert. Deshalb wird USB 3.0 auch als SuperSpeed-USB bezeichnet.
Gefahren beim Umgang mit USB-Sticks
Gerade, weil der Umgang mit den Sticks so unkompliziert ist, darf man die Möglichkeit eines Missbrauchs nicht außer acht lassen. Mit einem Speicherstick lassen sich auch sensible Daten von einem Rechner kopieren. ist in Viele Firmen erlauben den Einsatz von USB-Sticks aus diesem Grund nicht. Auch Viren, Trojaner und andere schädliche Software verbreiten sich über die Speicherstifte. Deshalb empfiehlt es sich, die Dateien, bevor man sie auf den eigenen Rechner kopiert, mit einem Virenscanner zu überprüfen. Man kann auch einen portablen Virenscanner auf dem Stick installieren, zum Beispiel ClamWin Portable oder avast! Virus Cleaner. Außerdem sollte bedacht werden, dass Sticks verloren gehen können. Jeder, der Zugang zu dem Stick hat, hat auch Zugang zu den darauf befindlichen Daten. Deshalb sollten sensible Daten wie Passwörter und ähnliches unbedingt verschlüsselt werden. Auch dafür gibt es spezielle Software, auf manchen Sticks wurde sie sogar vom Hersteller vorinstalliert.